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Olaf Kröck beerbt Frank Hoffmann
KULTUR. Die Ruhrfestspiele haben einen Nachfolger für Frank Hoffmann gefunden: Olaf Kröck, der seit dieser Spielzeit künstlerischer Leiter des Bochumer Schauspielhauses ist, wird ab August 2018 das Recklinghäuser Theaterfestival leiten.
Kröck hat Angewandte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim studiert. 2000 übernahm er die künstlerische Leitung des dritten europäischen Theaterfestivals transeuropa in Hildesheim, anschließend war er als Dramaturg am Stadttheater Hildesheim, am Luzerner Theater, am Schauspiel Essen und am Schauspielhaus Bochum tätig. 2013 wurde Kröck Chefdramaturg am Bochumer Schauspielhaus, in der Spielzeit 2017/2018 übernahm er dessen Intendanz. Zum 1. August 2018 wird Olaf Kröck seine Intendanz bei den Ruhrfestspielen antreten. Der Aufsichtsrat des Theaterfestivals sprach sich einstimmig für den 45-Jährigen aus.
Frank Hoffmann, der seit 2005 die Ruhrfestspiele leitet, hatte angekündigt, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen (Kurier zum Sonntag berichtete). Die Spielzeit 2018 wird somit seine letzte sein. / Foto: Knotan


„Wir verkaufen uns zu oft unter Wert“
RECKLINGHAUSEN. Zwei Fragen standen im Mittelpunkt der ersten Recklinghäuser Tourismuskonferenz in der Halle König Ludwig III: „Wo steht Recklinghausen?“ sowie „Wohin kann sich die Stadt touristisch entwickeln?“ Eingeladen waren die unterschiedlichsten Akteure aus Hotel, Gastronomie, Handel, Kultur, Freizeiteinrichtungen, Politik und Verwaltung. In mehreren Arbeitsgruppen wurde darüber diskutiert, was gut ist, was besser werden kann und welche Chancen sowie Risiken es gibt.
„Wir haben viele gute Einrichtungen in unserer Stadt, die wir aber noch mehr und noch besser ins richtige Licht setzen müssen“, sagte Beigeordneter Ekkehard Grunwald in seiner Eingangsrede. „Wir verkaufen uns einfach zu oft noch unter Wert, da haben wir auf jeden Fall noch Nachholbedarf.“
Die Anregungen aus den Arbeitsgruppen reichten von einer Touristen-Info, über eine vor allem auch ausgeweitete digitale Kommunikation sowie professionellere Werbung und Vermarktung bis hin zu dem Ziel, dass alle Akteure im Bereich Tourismus an einen Tisch gebracht werden müssen, aber auch eine zentrale Koordination brauchen. Ebenfalls wichtig fanden viele Teilnehmer, dass Sauberkeit und eine Willkommenskultur für eine touristisch attraktive Stadt wichtig seien.
Alle Anregungen fließen nun in ein Handlungskonzept Tourismus, das von der Abteilung Stadtmarketing/Fachbereich Wirtschaftsförderung erarbeitet und erstellt wird. Anfang 2018 soll der Entwurf öffentlich gemacht werden, sodass sich Interessierte erneut mit Ideen oder Änderungswünschen einbringen können. Der dann nochmals überarbeitete Entwurf wird anschließend den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt. Das Handlungskonzept Tourismus soll als roter Faden in der Zusammenarbeit von Verwaltung und den Akteuren dienen.
An der Tourismuskonferenz teilgenommen hat auch Axel Biermann, Geschäftsführer der Ruhrtourismus GmbH. „In den vergangenen Jahren hat sich das Ruhrgebiet als Reiseziel etabliert“, so Biermann. „Die erfolgreiche Vermarktung der Metropole Ruhr wird besonders dank der guten Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern möglich. Wir begrüßen das gute und motivierte Engagement in Recklinghausen.“ / Foto: Stadt RE


Die Religion zum Beruf machen
KIRCHE/JUGEND. Als Jugendlicher wollte Matthias Grammann nach seinem kurzen Engagement als Messdiener in seiner Heimatgemeinde St. Antonius in Herten mit der Kirche eigentlich nichts mehr zu tun haben.
„Aber die Frage nach Gott ist in mir immer wieder in verschiedenen Formen aufgetaucht. Nach gutem Religionsunterricht in der Oberstufe und dem Zivildienst in der Altenpflege war für mich dann klar: Ich will Religion zu meinem Beruf machen“, berichtet der neue Leiter des christlichen Jugendcafés Areopag in Recklinghausen.
So studierte der heute 31-Jährige Germanistik und katholische Religionslehre auf Lehramt und schloss diese Ausbildung mit einem Referendariat am Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer ab.
Später folgten zweieinhalb Jahre Ausbildung in der Pfarrei St. Peter in Recklinghausen. Seit Anfang August leitet der Pastoralreferent nun das jugendpastorale Zentrum „Areopag“. „Ich freue mich auf die Zeit und darauf, dass wir als neues Team viel gestalten können“, blickt er nach vorn. Vor zehn Jahren öffnete das „Areopag“, das von den drei Pfarreien in Recklinghausen getragen wird, erstmals seine Türen. „Für die Jugendarbeit ist das eine sehr lange Zeit. Da bietet es sich jetzt an, mit einem vollständig neuen Team alle Bereiche auf den Prüfstand zu stellen“, erklärt der Pastoralreferent. Denn im Umfeld des Jugendcafés hat sich viel verändert. Das Berufskolleg ist beispielsweise an einen neuen Standort umgezogen, und das Gymnasium Petrinum verfügt inzwischen über eine eigene Mensa. „Wir werden in der nächsten Zeit viele Gespräche mit den Pfarreien, den Schulen und verschiedenen Gruppen führen. Da ist es gut, dass ich in Recklinghausen durch die Ausbildung schon viele Menschen kenne“, sagt Grammann. Für ihn soll das Areopag ein Haus von und für Jugendliche sein. Aber er will nicht nur Angebote vor Ort machen, sondern auch dorthin gehen, wo die jungen Menschen sind.
Die christliche Botschaft hält er auch für Jugendliche für aktuell und relevant: „Der Glaube bietet ihnen einen guten Gegenentwurf zu ihrem Alltag, in dem oft der, der nichts leistet, auch nichts wert ist“, erklärt der Pastoralreferent und fügt hinzu: „Das sehen wir als Christen anders: Sie sind etwas wert, ohne dass sie eine Leistung abliefern müssen.“ / Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle


„Konkrete Ergebnisse“
DIGITALISIERUNG. „Wir freuen uns, dass Umbau 21 in nur zweieinhalb Jahren so viele konkrete Ergebnisse liefert“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der WiN Emscher-Lippe GmbH, Landrat Cay Süberkrüb. „Das Ziel des gemeinsam mit der Landesregierung entwickelten Aufrufs ‚Smart Region‘ ist es, die Potentiale der Digitalisierung für die Emscher-Lippe-Region zu heben und mit der Profilierung als smarte Region einen zukunftsweisenden Beitrag zur Standortsicherung und -entwicklung zu leisten“, so Süberkrüb weiter.
Das passe hervorragend zu den Aktivitäten der gesamten Region, mit einer gemeinsamen Koordination auch die Breitband-Infrastrukturen auf hohe Bandbreiten und Glasfaser auszubauen. „Von der großen Resonanz mit über 30 Bewerbungen auf den Aufruf waren wir alle begeistert“, so Süberkrüb.
Die 14 Projekte, die mit Zuwendungen aus dem Projektaufruf „Umbau 21 - Smart Region“ unterstützt werden können, sollen die Wettbewerbs- und Innovationskraft des Wirtschaftsstandortes und der in der Region angesiedelten Unternehmen festigen und entwickeln. Zu diesen Maßnahmen gehören verschiedene Projekte von Unternehmen, beider Hochschulen der Region, der digitalen Verwaltung und ein Projekt, dass Initiativen in einem smarten Netzwerk zusammenführt.
Ein Projekt der Handwerkskammer (HWK) Münster soll in den kommenden drei Jahren Betriebe für die Digitalisierung sensibilisieren und sie in die Lage versetzen, neue Wege zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu erkennen und im Idealfall auch anzuwenden. „Handwerksbetriebe können digitale Lösungsansätze nutzen und so ihre betrieblichen Abläufe und ihre Marktposition optimieren“, betont HWK-Präsident Hund. Zwei Prozessscouts werden mit Unterstützung eines externen Dienstleisters einen Check entwickeln, mit dem künftig möglichst viele Handwerksbetriebe auf verschiedene Aspekte der Digitalisierung aufmerksam gemacht werden sollen. Der Zugang zu den Service-Angeboten ist für alle Handwerksbetriebe der Region offen. Im Anschluss an den Check sorgen unter anderem Workshops für einen Austausch zwischen den Firmen. Parallel dazu soll der Verweis an regionale Akteure, beispielsweise an die Hochschulen oder das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum, dazu beitragen, die Einführung digitaler Prozesse bzw. Maßnahmen zu strukturieren. Neben dem Handwerk beteiligen sich auch die kommunalen Wirtschaftsförderungen, die beiden regionalen Hochschulen, die WiN Emscher-Lippe GmbH und die IHK Nord Westfalen.
„Der digitale Transformationsprozess kann zur Stärkung der Region als innovativen Wirtschafts- und Lebensraum beitragen“, so Regierungspräsidentin Dorothee Feller. „Ein wichtiger Schritt auf dem Weg des Strukturwandels ist unserer Region zu einem starken Mittelstand zu verhelfen. Hier sehe ich in dem Projektvorhaben der Handwerkskammer Münster große Chancen.“ / Foto: Andreas Buck/Handwerkskammer Münster


Chance auf den Deutschen Engagementpreis
AUSZEICHNUNG. Ein gemeinsames Azubi-Projekt aus dem Kreis Recklinghausen hat die Chance auf den Deutschen Engagementpreis und damit auf 10.000 Euro. Unter www.bit.ly/2y2CW9h können Interessierte bis 20. Oktober für das Projekt stimmen.
Nachhaltigkeit steht bei dem Projekt im Mittelpunkt. Die Grundidee: Wenn sich Nachwuchskräfte schon während ihrer Ausbildung intensiv mit dem Thema befassen, können sie dieses Wissen besonders gut und richtungsweisend in den Alltag der Verwaltung mit einbringen. Darum haben die Städte Recklinghausen, Dorsten, Haltern am See, Marl, Oer-Erkenschwick, Gladbeck, Castrop-Rauxel und der Kreis Recklinghausen das Klima-Kooperationsprojekt ins Leben gerufen.
Dafür wurden sie von den Ausrichtern des deutschen lokalen Nachhaltigkeitspreises, mit dem das Projekt bereits ausgezeichnet worden ist, für den Deutschen Engagementpreis vorgeschlagen. Dieser will die Anerkennung von freiwilligem Engagement stärken und den Einsatz für eine lebenswerte Gesellschaft würdigen. Für den Dachpreis können ausschließlich die Preisträger anderer Engagementpreise nominiert werden. Vorgeschlagen wurden die insgesamt 685 Nominierten von 232 Ausrichtern von Preisen für bürgerschaftliches Engagement. Eine Fachjury entscheidet über die Gewinner in fünf Kategorien, die jeweils mit 5.000 Euro dotiert sind. Alle anderen Nominierten nehmen an der Abstimmung zum Publikumspreis teil. Die Preisträger des Deutschen Engagementpreises werden am 5. Dezember in Berlin bekannt gegeben. Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Deutschen Engagementpreises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit.
Der Publikumspreis ist mit 10.000 Euro dotiert. Wenn das Projekt des Kreises gewinnt, soll das Preisgeld in zusätzliche Aktionen für die Azubis investiert werden. Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter www.kreis-re.de/klima.


„Kollege Computer“
ARBEITSMARKT. Die Digitalisierung könnte im Kreis Recklinghausen viele Jobs kosten – wenn Unternehmen nicht in Weiterbildung investieren. Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und beruft sich auf eine Regionalstudie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Demnach sind im Kreis 15 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Stellen besonders leicht durch computergesteuerte Maschinen ersetzbar. Hier können Handgriffe künftig zu 70 Prozent vom „Kollegen Computer“ erledigt werden, berichten die Forscher.
Yvonne Sachtje, Geschäftsführerin der NGG Ruhrgebiet, spricht von einem „Weckruf“. Die heimische Wirtschaft müsse dringend auf Qualifikation setzen, um die digitale Zukunft nicht zu verschlafen. „Je mehr wir für die Aus- und Weiterbildung tun, desto geringer ist die Gefahr eines starken Arbeitsplatzabbaus im Kreis Recklinghausen“, sagt Sachtje. Gewerkschaften und Betriebsräte sollten hierbei ein „entscheidendes Wort“ mitreden.
Nach Angaben des IAB sinkt die Gefahr eines Jobverlustes mit steigender Qualifikation: Bei ungelernten Kräften liegt die Quote einer Arbeitsübernahme mit 22 Prozent besonders hoch. Fachkräfte kommen auf 17,5 Prozent, Spezialisten wie Meister und Techniker lediglich auf 13,4 Prozent. „Besonders anfällig sind Berufe in der Industrieproduktion. In der Lebensmittelbranche etwa organisieren Computer schon heute selbstständig die Warenlieferung“, erklärt Sachtje. Die Maschine melde, wenn eine Zutat zur Neige gehe und bestelle sie dann selbst. Der Lagerlogistiker von heute werde damit immer mehr zum IT-Fachmann – „vorausgesetzt, er bekommt die nötige Weiterbildung“.
Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe sind laut IAB-Studie ebenfalls betroffen. Die „PC-Übernahmequote“ liegt hier bei 32 Prozent. Besonders heikel sieht es jedoch bei „fertigungstechnischen Berufen“ aus. 65 Prozent der Arbeiten dort könnten ersetzt werden. Sachtje: „Die nächste Bundesregierung hat den klaren Handlungsauftrag, sich nicht nur um den Ausbau der digitalen Infrastruktur zu kümmern. Sie muss konkret sagen, wie sie die Beschäftigten für eine neue Arbeitswelt fit machen will.“
Die NGG sieht die Entwicklung allerdings nicht nur skeptisch: „Durch den technischen Wandel entstehen auch neue Arbeitsplätze. Die Computer müssen entwickelt und gebaut werden. Und es braucht Fachkräfte, um die Maschinen zu steuern, zu kontrollieren und zu warten“, so Sachtje.  NGG / Foto: NGG


Mit „Leidenschaft im Einsatz“
AUSZEICHNUNG. Preisträger gesucht: Der „Vestische Preis für Menschen mit Ideen“ soll in diesem Jahr an Menschen verliehen werden, die bei der Feuerwehr oder Hilfsorganisationen durch besonderes Engagement auffallen. Der Preis ist mit bis zu 1.500 Euro dotiert, Vorschlags-Schluss ist der 29. September.
Der „Vestische Preis für Menschen mit Ideen“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Ehrenamtliches Engagement bei der Feuerwehr und den Hilfsorganisationen“. Wer sich freiwillig engagiert – 365 Tage im Jahr – und dabei auch noch in gefährliche Situationen kommen kann, der ist mit „Leidenschaft im Einsatz“. Couragierte, verantwortungsvolle und gut ausgebildete Ehrenamtliche leisten im Brandfall, bei Unwetter, Hochwasser, Stromausfall oder anderen Katastrophen schnelle und professionelle Hilfe – für den Einzelnen und damit auch für die Gesellschaft. Mit dem diesjährigen Motto des „Vestischen Preises“ möchte der Kreis ein Zeichen für mehr Respekt und Anerkennung gegenüber der ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Feuerwehr und in den Hilfsorganisationen setzen und Danke sagen.
Vorgeschlagen werden können Personen oder Gruppen, die diesen Preis für ein herausragendes Engagement verdient haben. Voraussetzung ist, dass sich die Personen oder Gruppen ehrenamtlich im Kreis Recklinghausen in einer Hilfsorganisation (z. B. DRK, THW, DLRG) oder der freiwilligen Feuerwehr engagieren. Als Dank für die vielfältige ehrenamtliche Arbeit der Menschen im Kreis Recklinghausen wird der „Vestische Preis“ in einer Feierstunde am 14. Dezember verliehen.
Vorschläge sollten bis zum 29. September eingereicht werden Dieses ist möglich per E-Mail an dominik.bergmann@kreis-re.de oder schriftlich an den Kreis Recklinghausen, Dominik Bergmann, Kurt-Schumacher-Allee 1, 45657 Recklinghausen. Eine unabhängige Jury entscheidet dann über den bzw. die Gewinner.


Kein Parken vor Schulen
HERTEN. . Wie kommen die Schulanfänger in Herten zur Schule? Zu Fuß oder mit dem Auto? Welche Erfahrungen sammeln sie zu Fuß auf dem Schulweg? Unter dem Motto „Kein Parken vor Schulen“ sind die Kinderfreunde der Stadt Herten seit dem Schulanfang wieder in den ersten Klassen der Grundschulen unterwegs.
Traditionell besuchen sie alle Erstklässlerinnen und Erstklässler und sensibilisieren sie für den Schulweg und Verkehr rund um die Schulen. In der letzten Woche besuchten die Kinderfreunde die Schulneulinge der Waldschule. Hier erzählten einige Kinder stolz, dass sie schon alleine zur Schule laufen. Andere berichteten über Abenteuer, die sie auf dem Schulweg erlebt haben, wie zum Beispiel die Begegnung mit einer Nacktschnecke.
Besonders gut gefiel es einigen Kindern, den Schulweg mit Mama oder Papa zurückzulegen, weil sie dann gemeinsam Zeit verbringen. „Wenn ich zur Schule laufe, ist es auch besser für die Umwelt“, weiß Aaron aus der Klasse 1c der Waldschule. Um die Problematik der vielen vor der Schule parkenden Elternautos deutlich zu machen, werden die Kinder in einem kleinen Rollenspiel aktiv mit einbezogen. So werden aus den Kindern parkende Autos und Beate Kleibrink von den Kinderfreunden spielt ein Kind, das zwischen den Autos steht. „Wir wollen den Kindern aufzeigen, dass parkende Autos die Sicht auf den Verkehr und die Straße versperren“, so Kleibrink.
Im Rollenspiel „fahren“ die parkenden Autos am Ende davon und die Kinderfreundin hat einen freien Blick auf die Straße. Zur Unterstützung des Unterrichts gibt Beate Kleibrink den Schulneulingen eine Hausaufgabe mit. Die Eltern sollen sich selbst einmal so klein machen wie ihre Kinder und sich dann hinter das eigene Auto hocken. „So erfahren die Eltern wie es ist, wenn Autos vor der Schule parken und damit die Sicht versperren“, erklärt Beate Kleibrink. Die Aktion soll auch die Eltern für die Situation der Kinder sensibilisieren. Hannah aus der 1c hatte zum Schluss noch einen guten Tipp: „Mama und Papa sollen ein bisschen weiter von der Schule weg parken, damit die anderen Kinder gut über die Straße laufen können!“ / Foto: Kinderfreuden


IHK meldet 7 895 neue Ausbildungsverträge
AUSBILDUNG. Insgesamt 7.895 junge Frauen und Männer beginnen in den nächsten Tagen und Wochen in einem Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region ihre Ausbildung in einem IHK-Beruf. Das sind 35 Verträge (0,4 Prozent) mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, meldet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen.
Dabei fallen die vorläufigen Ausbildungsbilanzen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region äußerst unterschiedlich aus. Im Münsterland gelang es den Betrieben trotz eines Bewerberrückgangs noch einmal zuzulegen. Die IHK verzeichnet hier einen Zuwachs von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das sind 110 Ausbildungsverträge mehr. Vor allem im industriell-technischen Bereich, also den Metall-, Elektro- oder Informatikberufen, beginnen mehr Auszubildende als im Vorjahr.
In der Emscher-Lippe-Region sank die Zahl der neuen Ausbildungsverträge dagegen um 3,5 Prozent. Dabei scheint zumindest in den technischen Berufen der Rückgang der letzten Jahre gestoppt, der stark bedingt war durch das Ende der Ausbildung im Bergbau. Die Vertragszahlen in diesem Bereich liegen exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Bei den kaufmännischen Berufen sank die Zahl der Verträge dagegen insbesondere in der Stadt Gelsenkirchen deutlich. „Da passt etwas nicht zusammen“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, „zumal auch in der Emscher-Lippe-Region wieder einmal viele Stellen unbesetzt bleiben“. Jetzt müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, die freien Ausbildungsplätze in der Nachvermittlung noch durch passende Bewerber zu besetzen. Positiv hingegen ist die Entwicklung im Kreis Recklinghausen: Hier stieg die Zahl der Verträge leicht um 0,6 Prozent auf insgesamt 1.239.
Vor allem sorgt sich der IHK-Hauptgeschäftsführer über „vermeidbare Fehler“ auf dem Weg zum Ausbildungsplatz. „Regelmäßig sehen wir Bewerbungen, die jeden Personaler abschrecken“, berichtet Schulte-Uebbing aus dem Alltag in der IHK-Bildungsabteilung. Für Unternehmen sei zwar das spürbare Interesse eines Bewerbers an einer Ausbildung mittlerweile wichtiger als perfekte Noten: „Doch wenn eine Bewerbung mehrere Rechtschreibfehler und nicht nachvollziehbare Lücken aufweise und dann das freiwillig beigefügte Foto auch noch in Selfie-Qualität sei, bringe das sogar gute Bewerber um ihre verdienten Chancen.“ Die Bewerbung sei eine Arbeitsprobe mit der man den Personaler beeindrucken oder abschrecken könne, sagt Schulte-Uebbing und ergänzt: „Schulen können da viel tun, um ihre Schüler für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten.“ Womöglich könnten spezielle Schulungsangebote für die Lehrkräfte zum Thema Bewerbung eine unerwartet große Wirkung für den Ausbildungsmarkt entfalten.
Doch auch die Betriebsseite hat Schulte-Uebbing im Blick. „Die Ausbildungsbereitschaft ist ungebrochen hoch“, bestätigt er. Doch müsse sich mancher Betrieb angesichts sinkender Schulabgängerzahlen und weiter anhaltendem Trend zum Studium noch umstellen: „Es macht keinen Sinn auf den perfekten Bewerber zu warten.“ Da sei es meist besser, einen motivierten Kandidaten mit weniger guten Noten zu nehmen. „Wenn sich so jemand dann in der Ausbildung gut entwickelt und gut zum Betrieb passt, ist das von unschätzbarem Wert“, ist sich Schulte-Uebbing sicher.
Laut IHK-Fachkräftemonitor steigt der Fachkräftemangel im IHK-Bezirk bereits bis zum Jahr 2021 von 6.000 auf 51.000. Viele Betriebe spürten bereits heute einen Rückgang an Bewerbungen. Insbesondere kleinere Betriebe haben im Wettbewerb um Mitarbeiter oft das Nachsehen.  IHK / Foto: pixabay.com


Mia sucht ihren Helden
SOZIALES. Die fünf Monate alte Mia aus Recklinghausen leidet an einer lebensbedrohlichen Störung des Immunsystems. Eine Stammzellspende ist ihre einzige Überlebenschance. Bislang war die weltweite Suche nach ihrem „genetischen Zwilling“ erfolglos. Bei einer Registrierungsaktion in der Recklinghäuser Vest Arena sollen nun möglichst viele potenzielle Stammzellspender bei der gemeinnützigen Organisation DKMS aufgenommen werden.
Die Eltern der kleinen Mia stehen immer noch unter Schock. „Die letzten Wochen waren die reinste Achterbahnfahrt“, berichtet Mias Mutter. „Wir waren ständig im Krankenhaus mit unserer Kleinen und wurden mit unterschiedlichsten Diagnosen konfrontiert. Mit der Diagnose Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH), eine schwere Störung des Immunsystems, konnten wir zunächst nichts anfangen. Je mehr Informationen wir bekamen, desto größer wurde unsere Angst.“
Die kleine Mia kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. Unter dem Motto „Mia sucht ihren Helden!“ appellieren Mias Familie und Freunde an die Menschen in der Region, die gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt sind, sich am Sonntag, 24. September, von 11 bis 16 Uhr in der Vest Arena, Hellbachstraße 105, in Recklinghausen registrieren zu lassen.
Die Registrierung vor Ort geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut entnommen, damit dessen Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können.
Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung. Denn genauso wie Mia warten noch viele weitere Patienten weltweit auf einen passenden Spender.
Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben hat. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS auf Spendengelder angewiesen. Spenden können überwiesen werden an: DKMS-Spendenkonto, Sparkasse Gelsenkirchen, IBAN: DE49 4205 0001 0101 1706 61. Weitere Informationen sind im Internet unter www.dkms.de zu finden. /Foto:  DKMS


Schnelles Internet auf der Überholspur
INTERNET. Im Juli gab es bereits rund 25 Millionen Euro vom Bund. Jetzt hat das Land nachgezogen: Weitere 25 Millionen Euro stellt Düsseldorf für den Breitbandausbau im Kreis Recklinghausen zur Verfügung. Damit können der Kreis und seine Städte insgesamt über 50 Millionen Euro in den flächendeckenden Ausbau einer schnellen Internet-Versorgung investieren.
In der Summe zählt der Kreis Recklinghausen damit zu den erfolgreichsten NRW-Kommunen im Rennen um die begehrten Fördermittel aus Düsseldorf und Berlin. Ein Erfolg, der laut Kreis auf die enge Kooperation mit der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern der kreisangehörigen Städte, der Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsagentur Win Emscher-Lippe und der Kreisverwaltung zurückzuführen sei. „Dieses Geld investieren wir direkt in die Zukunft unserer Bürgerinnen und Bürger“, sagt Landrat Cay Süberkrüb stolz. „Eine zukunftsfeste, digitale Infrastruktur ist für das Berufs- und Privatleben der Menschen enorm wichtig.“
Zusammen mit den Geldern, die vor wenigen Wochen schon der Bund bewilligt hatte, kann der Kreis jetzt insgesamt 51,3 Millionen Euro in die Beseitigung der sogenannten „weißen Flecken“ in den zehn Städten investieren. Das sind solche Anschlüsse, die bisher weniger als 30 MBit/s im Download ermöglichen. Trotz kreisweit insgesamt guter Breitband-Versorgung existieren diese aktuell noch bei rund 11.600 Gewerbebetrieben und privaten Haushalten. Sie alle sollen nach dem geförderten Ausbau Anschlüsse mit mindestens 50 MBit/s nutzen können.
Davon profitieren Unternehmen bei der Gestaltung von Arbeitsabläufen, Bildungseinrichtungen bei neuen Formen der digitalen Wissensvermittlung und die Bürgerinnen und Bürger etwa bei der Nutzung moderner Medienangebote. / Foto: MWIDE NRW/R. Pfeil


Dem Rattenbefall Herr werden
ZENTRUM. Rund um den Teich im Erlbruchpark werden Ratten zu einem immer größeren Problem. Um dem Schädlingsbefall Herr zu werden, hat die Stadtverwaltung nun erneut einen Schädlingsbekämpfer beauftragt und den Teich im Erlbruchpark für mehrere Wochen gesperrt.
Ratten sind meist dort, wo genügend Futter zu finden ist – zum Beispiel in Parkanlagen, in denen Enten oder Fische gefüttert werden. So auch im Erlbruchpark. „Wir haben uns mit einem Mitarbeiter einer Fachfirma vor Ort getroffen und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Fütterung an diesem Teich als Hauptursache unterbunden werden muss“, erklärt Ulrich Mühlenbeck, Sachgebietsleiter für Allgemeine Ordnungsangelegenheiten der Stadt. „Denn nur wenn es für die Schädlinge kein Futter mehr gibt, haben wir eine Chance, sie dauerhaft zu bekämpfen.“
Dass es ohne die Sperrung nicht geht, weiß die Stadt aus eigener Erfahrung. Bereits vor einigen Wochen hatte sie einen Schädlingsbekämpfer beauftragt, leider ohne dauerhaften Erfolg. „Natürlich ist eine Sperrung eines Parks oder auch nur eines Teils von einem Park die letzte Lösung. Aber besonders auch im Hinblick darauf, dass sich am Erlbruch ein sehr beliebter Spielplatz befindet, auf dem Kinder frei spielen und toben können sollten, ist konsequentes Handeln erforderlich“, sagt Mühlenbeck.
Noch einmal weist Mühlenbeck außerdem auf das Fütterungsverbot im gesamten Stadtgebiet hin. „Ich bin mir sicher, dass jeder, der die Tiere füttert, ihnen nur etwas Gutes tun will. Aber im Erlbruch sehen wir gerade sehr deutlich, was dadurch mit ausgelöst wird.“ / Foto: NBM


Bundestagswahl wirft ihren Schatten voraus
RECKLINGHAUSEN. Die Bundestagswahl am 24. September wirft ihren Schatten voraus: Die Wahlbenachrichtigungen werden aktuell verschickt und am kommenden Montag, 28. August, öffnet im Stadthaus A das Briefwahlbüro. Denn Wahlberechtigte, die am Wahlsonntag verhindert sind und nicht persönlich in den Wahlraum kommen können, haben die Möglichkeit, ihre Stimme vorab per Brief abzugeben.
Wahlberechtigte, die in das Wählerverzeichnis eingetragen sind, erhalten die Unterlagen zur Briefwahl auf Antrag. Die Bearbeitung dieser Anträge erfolgt mit der Öffnung des Briefwahlbüros ab dem 28. August.
Für die Briefwahl gibt es verschiedene Möglichkeiten:
>Der Wähler füllt den Wahlscheinantrag auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung aus, unterschreibt diesen, schickt ihn per Post an das Briefwahlbüro im Stadthaus A und bekommt anschließend die Unterlagen zugesandt, um dann zu Hause wählen zu können. Wichtig: Die Unterschrift nicht vergessen.
>Der Wähler füllt den Wahlscheinantrag auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung aus, unterschreibt diesen, kann dann im Briefwahlbüro im Stadthaus A (Zimmer 1.10, erstes Obergeschoss) die Briefwahlunterlagen beantragen und mitnehmen oder auch direkt vor Ort die eigene Stimme abgeben. Wichtig: Personalausweis oder Reisepass müssen vorgelegt werden.
>Die Briefwahlunterlagen können auch im Auftrag des Wahlberechtigten einem Bevollmächtigten ausgehändigt werden. Dann muss die Berechtigung zur Empfangnahme durch eine schriftliche Vollmacht nachgewiesen werden. Diese ist auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung zu finden. Diese Vollmacht kann allerdings nur genutzt werden, wenn die bevollmächtigte Person nicht mehr als vier Wahlberechtigte vertritt.
>Voraussichtlich ab dem 28. August kann der Antrag auf Briefwahl auch online unter www.recklinghausen.de/wahlen gestellt werden. Zur Online-Beantragung wird die Wahlbenachrichtigung benötigt.
Wer bis zum 4. September keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat, sollte sich im Briefwahlbüro unter ( (02361) 50-15 83 bis 50-15 85 melden. So kann geprüft werden, ob der Wähler überhaupt im Verzeichnis der Wahlberechtigten eingetragen ist. Liegt eine Eintragung vor, ist es auch möglich, ohne die Wahlbenachrichtigung seine Stimme abzugeben. Hierzu muss im Briefwahlbüro der Personalausweis oder Reisepass vorgelegt werden.
Das Briefwahlbüro ist montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr geöffnet, donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr und samstags von 9.30 bis 12.30 Uhr. Weitere Infos unter www.recklinghausen.de/wahlen. / Foto: Norbert Staudt/pixelio.de


Ganz besondere Lebenserfahrungen sammeln
SOZIALES. In das Kochbuch „Cantina Mexicana“ hat Felix Feldmann in den vergangenen Wochen schon öfter geschaut. „Ich muss ja wissen, was mich erwartet“, sagt er lachend. Denn am 14. August ist der 23-Jährige nach Mexiko geflogen, um ein Jahr lang für das Bistum Münster in einer Pfarrei in der Provinz Tecozautla mitzuarbeiten.
Er ist der erste Freiwillige, der in die Pfarrei entsendet wurde. Deshalb wird sich Felix Feldmann vor Ort umschauen, was es an sozialen Projekten gibt und was noch fehlt. Gerne würde der gebürtige Marler, der in Münster Englisch und Philosophie auf Lehramt studiert und gerade seinen Bachelor abgeschlossen hat, mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. „Ich könnte mir vorstellen, mit ihnen musikalisch zu arbeiten oder mich in einem Flüchtlingsprojekt, das es dort schon gibt, einzubringen und vielleicht Sprachkurse zu geben“, sagt er. Die ersten Wochen wird er jedoch erst einmal die nähere Umgebung erkunden, Spanisch lernen und den Pfarrer begleiten, in dessen Pfarrhaus er wohnt. Felix Feldmann hat sich bewusst etwas Zeit gelassen, bevor er sich für den Freiwilligendienst entschieden hat. „Im Anschluss an das Abitur war ich mir noch nicht ganz sicher, ob das das Richtige für mich ist“, blickt er zurück. Doch zwei seiner Freunde seien zu dem Zeitpunkt über das Bistum ins Ausland gegangen und nach einem Jahr begeistert zurückgekehrt.
Nach dem dreijährigen Bachelorstudium wagt der 23-Jährige nun den Schritt. „Ich freue mich darauf, nach dem eher theoretischen Lernen an der Uni jetzt auch praktisch arbeiten zu können“, und ergänzt: „Eben ganz besondere Lebenserfahrungen zu sammeln.“ Gleichzeitig erhofft er sich von seinem Einsatz in Mexiko die eigenen Grenzen und somit sich selbst besser kennenzulernen.
Auch wenn ihn hin und wieder Bedenken einholen, weil er Familie und Freunde vermissen wird, überwog doch vor seinem Aufbruch nach Mittelamerika die Vorfreude auf das, was ihn erwartet: „Ich bin gespannt auf das fremde Land, die Menschen, denen ich dort begegnen werde, und auf meinen Einsatzort, den ich als erster Freiwilliger ein ganzes Stück mitgestalten darf“, sagt er. Raus aus dem Alltag, die deutschen Strukturen vorerst hinter sich lassen und sich auf eine andere Mentalität einlassen – Felix Feldmann lässt die Veränderungen gelassen auf sich zukommen.
In den vergangenen Monaten wurde er zusammen mit den anderen Freiwilligen von den Mitarbeitern der Fachstelle Weltkirche des Bistums Münster auf seinen Einsatz vorbereitet. Die Seminare mit Fachleuten und die gemeinsamen Unternehmungen wie eine Woche in Berlin haben das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe gestärkt: „Durch die Vorbereitungen sind wir sehr schnell als Gruppe zusammengewachsen; es ist schön zu merken, dass wir uns alle in einer ähnlichen Situation befinden“, sagt der Student.
Seit 1991 ist das Bistum Münster Träger für Freiwilligendienste im Ausland. Mehr als 300 junge Menschen haben bislang über das Bistum diesen Dienst in Lateinamerika und Afrika absolviert.
 pbm/acl  / Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann


Tierisch was los
NATUR. In den bereits renaturierten Bereichen der Emscher-Gewässersysteme kreucht und fleucht es bereits kräftig: Zahlreiche Tierarten erobern sich im Zuge des Emscher-Umbaus ihren Lebensraum zurück. Wer aufmerksam hinschaut, kann seltene Vögel, Insekten oder die Emschergroppe beobachten. Die Emschergenossenschaft hat daher nun den Kreativwettbewerb „Tierisch was los an der Emscher“ auf den Weg gebracht.
Die Frage aller Fragen bei dem Kreativwettbewerb lautet: „Welche Tiere sind Ihnen denn bereits begegnet?“ Die Teilnehmer sollten kreativ sein und der Emschergenossenschaft ihre Erlebnisse mit den Tieren an den Emscher-Gewässern zusenden. Ob als Foto, Gemälde oder Collage – Einsendungen der tierischen Beobachtungen sind bis zum 31. Oktober möglich. Wichtig dabei: Es muss immer ein Bezug zu den Gewässern der Emschergenossenschaft erkennbar sein. Eine fachkundige Jury bestimmt anschließend die Gewinner. Diese werden bis Mitte Dezember 2017 schriftlich informiert. Zu gewinnen gibt es einen Rundflug über das Emschergebiet, eine Baustellenbesichtigung, eine Radtour sowie einen Segeltörn auf dem Phoenix See in Dortmund
Die Beiträge können unter dem Stichwort „Emscher kreativ“ auf verschiedene Wegen eingereicht werden: per Post an die Emschergenossenschaft, Nicole Reidick, Kronprinzenstr. 24, 45128 Essen, persönlich bei der Emschergenossenschaft, Kronprinzenstraße 24, in Essen oder per E-Mail an reidick.nicole@eglv.de.
Bei Fragen zu dem Wettbewerb können sich Interessierte unter ( (0201) 104-30 12 melden. / Foto: Emschergenossenschaft


Barrierefreies Recklinghausen
RECKLINGHAUSEN. Im alltäglichen Leben stoßen Menschen mit Behinderungen oftmals noch auf Hindernisse. Daher hat sich die Stadt das Ziel gesteckt, Recklinghausen barrierefrei zu gestalten. Und so sind in den vergangenen Jahren Maßnahmen durchgeführt worden, um Hindernisse in der öffentlichen Infrastruktur buchstäblich aus dem Weg zu räumen. Wo in der Stadt die Barrieren gefallen sind, erfahren Interessierten in der Broschüre „Barrierefreies Recklinghausen“, die jetzt neu aufgelegt worden ist.
„Die Broschüre dient als Orientierungshilfe vor allem für die Belange von Menschen mit Behinderungen und erstreckt sich auf eine breite Themenvielfalt von Beratung, Kind und Familie über Ausbildung, Beruf und Bildung, Wohnen und Mobilität bis hin zu Freizeitaktivitäten und Interessenvertretungen“, sagt der Erste Beigeordnete Georg Möllers. Sie enthält Angebote verschiedener auf Behinderte spezialisierter Einrichtungen sowie Adressen und Tipps über die Erreichbarkeit von Institutionen. Städtische Angebote, Angebote im Kreis Recklinghausen und auch im überregionalen Bereich werden umfangreich beschrieben. Zum leichteren Auffinden der Themenbereiche und Angebote wurde besonderer Wert auf die Verwendung von Piktogrammen gelegt. Die Broschüre ist in Zusammenarbeit mit dem CNS-Verlag aus Gladbeck und zahlreichen Organisationen und Institutionen, die sich in Recklinghausen in der Behindertenarbeit engagieren, über den Fachbereich Soziales und Wohnen – Referat für Behindertenangelegenheiten – erstellt worden.
Die Broschüre ist kostenlos im Behindertenreferat des Fachbereiches Soziales und Wohnen im Stadthaus A sowie an vielen Stellen der Stadtverwaltung erhältlich. Außerdem kann sie unter www.recklinghausen.de/behinderung heruntergeladen werden. Zusätzlich gibt es im Internet unter www.recklinghausen.de/barrierefrei eine Datenbank, in der nachgesehen werden kann, welches öffentliche Gebäude, welche Apotheke oder Arztpraxis usw. barrierefrei ist. / Foto: Stadt RE


„Endlich wieder lachen“
BERATUNG.  Es ist lange her, dass Christiane und Matthias Schmitz (Name geändert) sich spontan überlegt haben, kurzfristig in den Urlaub zu fahren. Daran ist heute nicht mehr zu denken. Denn das Ehepaar lebt von seinen beiden niedrigen Renten und kommt mit dem zur Verfügung stehenden Geld gerade einmal so aus.
„Das war nicht immer so“, sagt Matthias Schmitz. Beide verfügten über gut bezahlte Jobs, lebten im Eigenheim. Dann wurden sie beide krank, es folgten Kündigungen und damit auch der finanzielle Absturz. „Ohne meine Frau wäre ich vor die Hunde gegangen“, gibt Matthias Schmitz zu.
Dann erfuhren sie von der Schuldnerberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Recklinghausen. „Schon das erste Gespräch mit Frau Janssen hat uns beruhigt. Sie ist unser Engel. Sie ist immer für uns da“, lobt er die Arbeit der 35-jährigen Diplom-Sozialarbeiterin und zertifizierten Schuldnerberaterin.
Wiebke Janssen berät seit 2011 Menschen wie das Ehepaar Schmitz. Sie hilft ihnen, ihre Unterlagen zu sortieren, übernimmt die Korrespondenz, spricht mit Gläubigern, vereinbart Ratenzahlungen, verhandelt Vergleiche und macht auf weitere Hilfsangebote aufmerksam. „Wichtig ist es immer, dass die Klienten mitarbeiten. So wie das Ehepaar Schmitz“, lobt sie das Engagement und die Einstellung der beiden. Sie hätten einen Überblick über ihre Finanzen und erstellten beispielsweise jeden Monat einen Haushaltsplan. „So sehen wir, ob noch ein Puffer bleibt und behalten die Übersicht“, erklärt Matthias Schmitz.
Heute könnten sie gut mit dem Geld wirtschaften. „Doch als wir anfangs mit wenig Geld auskommen mussten, war es die Hölle“, gibt er zu. Nicht nur finanziell, sondern auch psychisch.
Die Geschichte des Ehepaars ist nicht untypisch - gerade in der Altersgruppe der 40- bis 50-Jährigen. „Die Menschen rutschen beispielsweise durch Krankheit oder Scheidung in eine finanzielle Schieflage und verschulden sich“, berichtet Janssen aus ihrem Beratungsalltag.
Das Ehepaar Schmitz hat sich mit seiner Situation ausgesöhnt. „Wir kommen zurecht. Unsere Prioritäten haben sich verändert. Lebensqualität bedeutet für uns heute, auf dem Balkon in der Sonne zu sitzen und zu grillen“, sagt Matthias Schmitz. Dabei habe auch die Beratung und Unterstützung von Wiebke Janssen sehr geholfen. „Für Außenstehende ist der Druck, der auf einem lastet, oft nicht nachvollziehbar. Aber wir können wieder lachen. Und das Beste: diese Hilfe ist kostenlos“, so Matthias Schmitz.        (pbm/mek) Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle


Garten statt Hochsee

FREIZEIT. Stolze sechs Meter lang, über drei Meter breit und zwei Meter hoch bis zum Deck ist das Holzschiff, das aktuell im „Trockendock“ von Holz Wessels in Recklinghausen vor Anker liegt. In See stechen wird der „Seelenverkäufer“ jedoch nicht, den Christian Wessels selbst konstruiert und gebaut hat. „Ursprünglich war die Konstruktion als Spielplatz für die Kinder meines Auftraggebers gedacht, die ein Faible für Piraten haben“, erklärt der Zimmerermeister. Doch nun wolle die Familie das Schiff auch als Gartenhaus inklusive Übernachtungsmöglichkeit nutzen.
Rund fünf Monate, seit Ende Februar, hat Christian Wessels an dem Schiff gebaut, hat vielleicht 1.000 Arbeitsstunden investiert – so genau, weiß er das selbst nicht. „Außerdem musste die Konstruktion rund zwei Monate lang Wind und Wetter ausgesetzt sein, da das Holz noch gearbeitet hat“, erklärt Wessels. So habe er nach dieser Zeit noch eine zusätzliche Planke am Schiffsdeck einfügen müssen, „so sehr hat sich das Material verzogen“.
Für ihn war es die erste Konstruktion dieser Art. „Vieles hat sich beim Bau ergeben“, erklärt der Holzfachmann. „Die größten Herausforderungen waren zum einen die Rumpfbretter zu biegen und anzubringen – da wirken gewaltige Kräfte – und das Gewicht möglichst niedrig zu halten.“ Rund zwei Tonnen bringt der Koloss nun auf die Waage, für den Wessels die Hölzer Fichte, Tanne und Lärche verwendet hat.
Mit einem Kran soll das maritime Gefährt nun bald verladen und zu seinem endgültigen „Ankerplatz“ in Herten gebracht werden. „Vor Ort werden dann noch letzte Arbeiten verrichtet“, erklärt Christian Wessels. Die Inneneinrichtung übernehme die Familie dann selbst. / Foto: NBM


Zu eng für den Einsatzwagen
RECKLINGHAUSEN. Im Notfall kann jede Sekunde zählen! Was aber passiert, wenn Autos dem Rettungswagen oder Löschfahrzeug der Feuerwehr den Weg versperren? „Das Ordnungsamt hat aufgrund eines Berichtes der Feuerwehr gemeinsam mit einem Löschzug Probefahrten gemacht und sich die Situation in Straßen angesehen, die bekannt dafür sind, dass es dort durch die Parksituation zu eng und unpassierbar wird“, sagt der Beigeordnete Ekkehard Grunwald. Dazu gehöre zum Beispiel die Gegend um den Börster Weg sowie die Haard-, Tell- und Beethovenstraße. „Dabei haben wir erneut festgestellt, dass Fahrzeuge den Weg versperren, besonders in Einmündungen und Kurven wird der Fünf-Meter-Bereich zugeparkt.“ Darauf wolle die Stadt nun reagieren.
Gesetzlich sind die Regelungen zum Halten und Parken in Paragraf zwölf der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt. Darin heißt es unter anderem, dass das Halten an engen und an unübersichtlichen Straßenstellen unzulässig ist, ebenso das Parken vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen bis zu je fünf Metern von den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten. Hinzu kommt im Falle der Feuerwehr, dass eine bestimmte Breite vorhanden sein muss, damit sie mit ihren großen Fahrzeugen in zügigem Tempo zum Einsatzort gelangt.
„Optimal ist eine Breite von mindestens 3,50 Metern“, so Grunwald weiter. Zum Rangieren der Großfahrzeuge der Feuerwehr, insbesondere der Drehleiter, sei sogar ein Abstand zwischen acht und zehn Metern zwischen zwei Hindernissen nötig. „Natürlich gibt es Stadtviertel, in denen der Parkraum knapp ist. Aber es sollte trotzdem jedem bewusst sein, dass das falsch geparkte Auto folgenreiche Konsequenzen nach sich ziehen kann.“
Das Ordnungsamt will zukünftig vermehrt Kontrollen durchführen. Neben einer Verwarnung ist es in schwerwiegenden Fällen auch möglich, das Fahrzeug sofort abschleppen zu lassen. Die Kosten dafür trägt der Halter. Außerdem ordnet die Stadt an der Tellstraße zwischen Börster Weg und Oerweg auf der nördlichen Seite ab August Halteverbote an, was verhindern soll, dass die Autos beidseitig versetzt vor den Baumscheiben parken und so ein Durchkommen verhindern. Die eingerichteten Parkflächen sind von diesem Verbot nicht betroffen. Als dritte Maßnahmen wird an der Haydenstraße in südlicher Richtung eine Sperrmarkierung aufgetragen, um auch an dieser Stelle ein Einfahren der Feuerwehr zu ermöglichen.
Zu diesen Maßnahmen könnten auch an anderer Stelle weitere hinzukommen. „Der Bereich um die Tellstraße ist uns jüngst aufgefallen, natürlich muss die Feuerwehr aber auch in jeder anderen Straße passieren können“, erklärt Grunwald. „Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger mit diesen Maßnahmen für das Thema sensibilisieren. Und es ins Blickfeld rücken, damit auch in Zukunft keine zugeparkte Straße in Recklinghausen einen Menschen das Leben kostet.“ / Foto: Stadt RE